Präpositionalgruppen

Die Präpositionalgruppe im ältesten Deutsch. Korpus, Grammatik, Darstellung.

Habilitationsprojekt Dr. Lars Erik Zeige (Humboldt-Universität zu Berlin)

Für das Projekt wurde dem Referenzkorpus Altdeutsch v0.1 eine Belegliste von 8978 Präpositionalgruppen des frühesten Deutsch (750-1000) entnommen. Die erhobenen Metadaten und Annotationswerte wurden weitgehend unberührt gelassen, um die Nutzbarkeit und Qualität der Annotationen in den Auswertungsprozessen zu erproben. Die gemachten Erfahrungen gingen in die Überarbeitung der Korpusversion 1.0 ein. Nur der syntaktische Bereich wurde um händische Annotationen ergänzt. Die sprachgeschichtlichen Interpretationen basieren auf Auswertungen mit Verfahren der beschreibenden und schließenden Statistik, in einzelnen Fragen wurden Random forests als hypothesengenerierendes Verfahren eingesetzt.

Auf Grundlage der umfassenden Datenerhebung erprobt die Arbeit zwei unterschiedliche Arbeitsmodi im Umgang mit den Daten des Referenzkorpus: Teil I besteht aus einer exhaustiven Grammatikschreibung zur Präpositionalgruppe des frühesten Deutsch. Im Abschnitt ‘Inventar’ werden die Mitglieder der Wortart Präposition erfasst und im Zusammenhang dargestellt. Anschließend werden zu jeder Präposition alle im Referenzkorpus annotierten und händisch nachannotierten Informationen zu umfänglichen ‘Profilen’ zusammengestellt und interpretiert. Damit entsteht seit Eberhard Gottlieb Graffs ‘Die althochdeutschen Präpositionen’ (1824) die erste vollständige Darstellung zur Präpositionalgruppe des Althochdeutschen. Im Zentrum des zweiten Teils der Arbeit steht die Untersuchung ausgewählter sprachstruktureller Einzelfragen aus forschungsrelevanten Bereichen der Morphosyntax, Syntax und Informationsstruktur. Hierfür werden hypothesengeleitet spezifische Korpusdaten erhoben, dargestellt, ausgewertet und in eine zeitgemäße Modellbildung überführt.

Adpositionenprofil Durch die Arbeit zieht sich ein Interesse an Darstellungsformen, die der Datenorientierung der Arbeit gerecht werden. Insbesondere die Informationsfülle der Profile drängt danach, die rein textuelle Präsentation zu überwinden.

Hierfür wurden informative Tafeln entwickelt, die die Eckdaten der behandelten Präpositionen in einer übersichtlichen Darstellung vereinen: Häufigkeit, Etymologie, räumlich und zeitliche Verteilung, Textquellen, grafematische Variation und diverse grammatische Eigenschaften der Präpositionalgruppe werden in Tabellen, Kasten-, Säulen- und Donut-Diagrammen veranschaulicht. Die Tafeln können selbstständig als Nachschlagewerk der Kennzahlen der Präpositionen genutzt werden oder als Index für interessante Aspekte in den Profilen dienen.